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Wirtschaft Regional - Dezember 2016

Mut, Leistung und Risikobereitschaft sind die Stärken des unternehmerischen Mittelstandes in Deutschland. Der Mittelstand mit seinen tragenden Unternehmen ist das Rückgrat der Wirtschaft. Er ist die treibende Kraft, bietet die meisten Arbeitsplätze und zeichnet sich durch gesellschaftliches Engagement aus. Ohne Mittelständler gäbe es unser System der freien und sozialen Marktwirtschaft nicht.

Im Jahr 2004 wurde der Lüneburger Mittelstandspreis zum ersten mal vergeben. Stifter des Preises ist das Wirtschaftsforum Lüneburg e.V. Die Bewertung der Bewerbungen und die Auswahl des Preisträgers nimmt eine unabhängige Jury vor. “Kriterien sind neben der Innovation und Kreativität des Unternehmenskonzepts auch die Gesamtphilosophie des Betriebes und seine wirtschaftliche Bedeutung für die Region“, sagt. Ralph G. Matzen, Vorstand im Wirtschaftsforum Lüneburg.

Ziel des Preises "Mittelstandspreis Lüneburg" ist es, erfolgreiche Unternehmer einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und dabei das Engagement des Mittelstandes für die Gesellschaft zu würdigen. Die bisherigen Gewinner sind Firmen, die sich mit ihren Produkten sowohl im nationalen als auch internationalen Wettbewerb durchgesetzt haben, wie z.B. Dedon, Clage, Impreglon und Werum.

Im Rahmen der Galaveranstaltung Lünale am 11.11.2016 ging der diesjärhige Preis an die Fior & Gentz GmbH.  Das Lüneburger Unternehmen würde im Jahr 1997 vom Orthopädiemechanikmeister Jörg Fior und dem Maschinenbauingenieur Ralf Gentz gegründet. Fior & Gentz entwickelt feinmechanische Gelenke aus Titan und Stahl, die in sogenannte Orthesen eingebaut werden. Als Jörg Fior und Ralf Gentz ihre Firma gründeten, hatte sich im Prothesenbau längst ein Trend zu High-Tech-Produkten durchgesetzt, während Orthesen als die Stiefkinder der Branche galten. "Sie waren technologisch nicht grundlegend weiterentwickelt worden. Häufig funktionierten sie nicht richtig, was dazu führte, dass Ärzte sie nicht verschrieben und sie bei den Patienten oft in der Ecke standen", erzählt Jörg Fior. Ziel der Orthetik ist es, vorhandene Gliedmaßen zu unterstützen bzw. Fehlstellungen zu korrigieren. Inzwischen hat sich das Image der Orthesen gebessert. Dazu beigetragen haben die Lüneburger Unternehmer. Mit Hilfe von 50 verschiedenen patentierten Gelenken können Patienten mit unterschiedlichen Beschwerden weltweit geholfen werden. Fior & Gentz hat sich auf den Bereich der unteren Extremität spezialisiert. Z. B. im Bereich der Lähmungsorthesen (u.a. durch Poliomyelitis) fertigt das Unternehmen Gelenksysteme für mechanisch und elektronisch gesteuerte Lähmungsapparate an.

Um die Qualität ihrer Produkte zu garantieren, müssen die Orthopädietechniker, die für die betroffenen Patienten die Orthesen mit den patentierten Bauteilen zusammenbauen und anpassen, einen Zertifizierungsseminar bei Fior & Gentz absolvieren. "Da fährt ein Mitarbeiter von uns zu dem Sanitätshaus und begleitet eine Woche lang den Bau der Orthese vom Gipsabdruck bis zur Fertigstellung. Dabei lernen die Techniker alles über die Funktionsweise der Gelenke", erklärt Ralf Gentz.

Mittlerweile ist ihr Konzept nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern erfolgreich. "Die Patienten leben überall und wollen gute Qualität, egal ob in Japan, Spanien, Argentinien oder Norwegen", sagt Jörg Fior. Die weltweite Vernetzung gelingt durch den Besuch von Kongressen und Messen in aller Welt.

Ein anderes Standbein hat sich die Firma mit der Entwicklung von sogenannten Therapieschuhen geschaffen, die zum Beispiel nach Fußoperationen oder offenen Sprunggelenkfrakturen zum Einsatz kommen. Mit 40 verschiedenen Modellen ist Fior & Gentz Marktführer in Deutschland und zählt auch im europaweiten Vergleich zu den erfolgreichsten Wettbewerbern.

Das stete Wachstum machte im Jahr 2011 einen Standortwechsel erforderlich. Im neuen Gebäude wurden alle Abteilungen von der Entwicklung über Fertigung und Montage bis hin zum Vertrieb und das Lager integriert. Maschinenlärm und Produktionshallen sucht man in Lüneburg allerdings vergebens. Hier wird entwickelt, geprüft und montiert, produziert werden die Einzelteile von verschiedenen Auftragnehmern. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 60 Mitarbeiter in Lüneburg

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