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Cyber Security und Produktschutz

Der deutsche Mittelstand gilt technologisch als sehr innovativ und genießt international hohes Ansehen. Für den Erfolg dieser Unternehmen sind jedoch nicht nur wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen notwendig. Die Nutzung moderner IT zur Bewältigung von betriebswirtschaftlichen, logistischen und technischen Geschäftsprozessen sowie ein Breitband-Internet-Anschluss sind heute unabdingbare Erfordernisse, um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Die Digitalisierung und Vernetzung bieten allerdings auch eine breite Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle. Sie versuchen Daten und Know-how abzugreifen oder die Betriebsabläufe empfindlich zu stören.

Gastgeber, Veranstalter und Referenten: Torsten Blankenburg (Sieb & Meyer AG), Jürgen Enkelmann (WLG), Daniel Eckelt (Nixdorf Institut), Jan Feuerhake (TaylorWessing)

Die Folgekosten einer Cyberattacke übersteigen schnell einen fünfstelligen Eurobetrag und können Unternehmen existentiell gefährden. „Für die Schadenshöhe spielt die Vorbereitung des Unterneh­mens eine entscheidende Rolle“, erklärt Daniel Eckelt, Heinz-Nixdorf-Institut der Universität Paderborn. Häufig bemerken kleinere Betriebe einen Angriff auf den eigenen Datenbestand erst spät, dadurch kann der Schaden erheblich steigen. Eine Bedrohungsanalyse könnte den präventiven Produktschutz erleichtern. Sie findet allerdings selten und meist zu spät statt. Dabei geht es nicht nur um die Analyse der IT-gestützten Kommunikation, sondern auch um Fragen der Fertigungsorganisation. Sofern Teile im Ausland gefertigt werden, steigen die Anforderungen an den Produktschutz.

Allerdings lassen sich auch bei der Übertragung produktkritischer Daten bestehende Risiken reduzieren. Das machte Jan Feuerhake, TaylorWessing Partnerschaftsgesellschaft mbB, an praktischen Beispielen deutlich. Neben den am Markt verfügbaren Software-Produkten, die z.B. CAD-Modelle auf die notwendigsten Informationen reduzieren und somit den Zugriff auf Konstruktionsdaten erschweren, gibt es weitere Möglichkeiten um sensibles Firmen-Know-how zu schützen. „Sollen personenbezogene Daten von Auftragnehmern in der Wertschöpfungskette weiter verwendet werden bietet es sich an, die Auftragsdatenverarbeitung (ADV) vertraglich zu regeln.“ Hiermit können Haftungsrisiken vermieden werden.

Ziel der von der Wirtschaftsförderung Lüneburg (WLG) organisierten Veranstaltungsreihe ist es, den regionalen Mittelstand und hier insbesondere das verarbeitende Gewerbe auf organisatorische, technische und rechtliche Möglichkeiten eines präventiven Produktschutzes hinzuweisen. Dabei sind wir auf die Ergebnisse von Verbundprojekten, wie dem von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Vorhaben „3P – Prävention gegen Produktpiraterie“ angewiesen. Unsere Aufgaben sehen wir darin, so Jürgen Enkelmann, Geschäftsführer der WLG, die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse im Rahmen von ikn2020 - Initiative für die Informations- und Kommunikationswirtschaft - zu unterstützen.

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